Kritik am geplanten Windkraftprojekt zwischen Bastheim und Schönau: Wir haben derzeit andere Prioritäten

13.06.2025 von Joshua Türk

Die Energiewende ist ein zentrales Anliegen unserer Zeit, auch für uns in Rhön-Grabfeld. Doch nicht jedes Projekt ist automatisch ein guter Beitrag zum Klimaschutz. Die mögliche Ausweisung eines neuen Windkraft-Vorranggebiets zwischen Schönau, Reyersbach und Unterelsbach, mitten im Landschaftsschutzgebiet sehe ich persönlich kritisch. Und das nicht nur wegen der sensiblen in der Rhön.

Zunächst einmal: Wir in der Gemeinde Bastheim liegen im Tal. Um uns herum erhebt sich der Kreuzberg, das Wetter ist wechselhaft, die Windverhältnisse sind oft nicht ideal. Ob ein Windpark an genau dieser Stelle einen nennenswerten Beitrag zur Stromproduktion leisten kann, darf bezweifelt werden,  insbesondere angesichts des massiven Eingriffs in das Landschaftsbild und das zusammenhängende Waldgebiet.

Noch schwerer wiegt für mich aber: Wir haben in Rhön-Grabfeld derzeit ganz andere Hausaufgaben zu erledigen. Unser Stromnetz ist vielerorts noch auf dem Stand der 1980er-Jahre. In vielen Ortsteilen liegen lediglich Niederspannungsnetze, von leistungsfähigen Verteilnetzen, die den Strom aus Windrädern überhaupt sinnvoll aufnehmen und verteilen könnten, sind wir weit entfernt. Was bringt uns also ein Windpark, wenn wir ihn technisch gar nicht effizient nutzen können?

Wenn die Gemeinden sich ernsthaft für den Klimaschutz einsetzen wollen, und das begrüße ich ausdrücklich, dann sollten wir an anderer Stelle anfangen: nämlich auf den Dächern unserer eigenen öffentlichen Gebäude. Ob Schule, Feuerwehrhaus oder Gemeindezentrum, überall könnten Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Das wäre ein sinnvoller, sichtbarer und lokaler Schritt. So könnte jede Gemeinde langfristig Stromkosten sparen, die Gebäude energetisch aufwerten und einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz leisten ganz ohne die ökologischen Risiken eines Windparks im Landschaftsschutzgebiet.

Der Klimaschutz muss technologieoffen, effizient und wirtschaftlich sinnvoll sein, nicht ideologisch oder rein symbolisch. Der Bau von Windrädern mitten in einem sensiblen Waldgebiet, mit ungewisser Ertragslage und ohne passende Netzinfrastruktur, ist das Gegenteil davon. Deshalb plädiere ich dafür, das Vorhaben kritisch zu prüfen und zunächst unsere Infrastruktur zu ertüchtigen, bevor wir neue Großprojekte in Angriff nehmen, die mehr Fragen aufwerfen als Antworten liefern.

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